Zinkmangel beim Pferd: Symptome, Ursachen & richtige Fütterung
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Schlechte Hufqualität trotz Hufschmied, Fellprobleme im Fellwechsel, ein Pferd, das ständig an der Mähne kratzt, oder ein wiederkehrendes Sommerekzem – all das kann ein Hinweis auf etwas sein, das sich nicht direkt zeigt: einen Zinkmangel.
Zink ist eines der wichtigsten Spurenelemente in der Pferdefütterung und in deutschen Heuböden chronisch unterversorgt. Viele Pferde bekommen über das Grundfutter zu wenig davon ab – und das macht sich nicht akut bemerkbar, sondern schleichend über Wochen und Monate. In diesem Ratgeber findest du, wie du Zinkmangel erkennst, welche Ursachen dahinterstecken, wie er beim Tierarzt diagnostiziert wird und wie du ihn mit der richtigen Fütterung in den Griff bekommst.
Was Zink im Pferdekörper macht
Zink ist an über 300 enzymatischen Prozessen beteiligt. Es ist essenziell für:
- Haut- und Fellstoffwechsel – Hautregeneration, Wundheilung, Talgproduktion
- Hufqualität – Bildung von Keratin, dem Hauptbestandteil des Hufhorns
- Immunsystem – Aktivität von Abwehrzellen
- Eiweißstoffwechsel – Aufbau und Reparatur von Körpergewebe
- Hormonelle Regulation – Schilddrüse, Reproduktion
- Antioxidative Funktion – Schutz vor freien Radikalen
Der Tagesbedarf eines erwachsenen Pferdes liegt je nach Größe, Belastung und Lebensphase bei etwa 400–700 mg Zink – tragende Stuten, wachsende Jungpferde und Sportpferde brauchen am oberen Ende.
Symptome erkennen: Wie äußert sich Zinkmangel beim Pferd?
Zinkmangel zeigt sich selten plötzlich. Vielmehr summieren sich kleine Auffälligkeiten über Monate. Typisch sind:
Haut und Fell
- Trockene, schuppige Haut
- Stumpfes, glanzloses Fell
- Verzögerter Fellwechsel
- Ekzeme, vor allem im Bereich Mähne, Schweif, Bauchnaht
- Verstärktes Sommerekzem und schlechte Heilung danach
- Schlechte Wundheilung – kleine Verletzungen brauchen ungewöhnlich lange
Hufe
- Brüchiges, splitterndes Hufhorn
- Hornrisse, hohle Wand
- Mauke – wiederkehrend oder hartnäckig
- Empfindliche Trachten
Allgemeinbefinden
- Häufige Infekte
- Mattigkeit, Leistungsabfall
- Appetitlosigkeit
- Vermehrtes Kratzen an Mähne und Schweifrübe (auch ohne sichtbare Hautveränderung)
Wichtig: Diese Symptome sind unspezifisch. Vor allem das Sommerekzem hat viele Faktoren – aber Zinkmangel verstärkt die Anfälligkeit deutlich.
Ursachen: Warum Zinkmangel so verbreitet ist
Heuböden in Deutschland sind oft zinkarm
Der Zinkgehalt im Boden – und damit im Heu – ist regional sehr unterschiedlich. Große Teile Mittel- und Norddeutschlands haben strukturell zinkarme Böden, was sich direkt im Heu niederschlägt. Viele Pferde decken über das Heu allein nur 40–60 % ihres Tagesbedarfs.
Hoher Eisengehalt im Wasser
Das ist ein unterschätzter Faktor: In vielen Regionen Deutschlands ist das Trinkwasser eisenreich (besonders Brunnenwasser auf Höfen). Eisen blockiert die Zink-Aufnahme im Darm – das Pferd bekommt dann zwar genug Zink über das Futter, kann es aber nicht ausreichend verwerten.
Falsches Mineralstoff-Verhältnis
Zink, Kupfer und Eisen stehen in Konkurrenz zueinander. Ein zu hoher Eisen- oder Manganwert kann selbst bei ausreichender Zinkzufuhr zu einem funktionellen Zinkmangel führen. Das ideale Verhältnis Zink zu Kupfer liegt bei etwa 3:1 bis 5:1.
Erhöhter Bedarf in bestimmten Phasen
In folgenden Situationen ist der Zinkbedarf deutlich erhöht:
- Fellwechsel (Frühjahr und Herbst) – der gesamte Hautstoffwechsel läuft auf Hochtouren
- Tragende oder laktierende Stuten – Versorgung des Fohlens
- Wachstumsphase – junge Pferde brauchen besonders viel Zink für Knochen, Hufe und Fell
- Sport und Leistung – höherer Stoffwechsel
- Krankheit oder Stress – Zinkbedarf steigt im Verteidigungsmodus
Industriefutter ohne ausreichende Mineralisierung
Manche getreidehaltigen Futtermittel enthalten Phytate, die die Zink-Aufnahme im Darm hemmen. Andere Mineralfutter enthalten zwar Zink, aber in günstigen, schlecht verfügbaren Formen.
Wie wird Zinkmangel diagnostiziert?
Bluttest beim Tierarzt
Der Standard ist eine Blutuntersuchung mit Bestimmung des Plasma-Zink-Spiegels. Idealerweise wird das Spurenelement-Profil mitbestimmt (Zink, Kupfer, Selen, Mangan, Eisen), um Verhältnisse zu sehen.
Was du wissen solltest: Der Bluttest hat seine Grenzen. Zink wird bei Bedarf schnell aus dem Blut in die Gewebe transportiert – das Pferd kann also normale Blutwerte zeigen und trotzdem in den Speichern unterversorgt sein. Ein normaler Wert schließt einen Mangel nicht zu 100 % aus.
Heu- und Wasseranalyse
Wer es genauer wissen will: Eine Heu-Analyse beim Labor zeigt den tatsächlichen Mineralstoffgehalt des Grundfutters. Kostet meist 30–60 € und macht alle 2–3 Jahre Sinn – vor allem wenn man immer beim gleichen Heulieferanten kauft. Eine Wasseranalyse auf den Eisengehalt lohnt sich bei Brunnenwasser.
Symptomatische Beobachtung
In der Praxis wird oft auch ohne Bluttest auf Verdacht behandelt – wenn die Symptome klassisch sind (Hufprobleme, Hautekzeme, Sommerekzem) und nach 8–12 Wochen Zink-Supplementierung eine deutliche Besserung eintritt, war Zinkmangel wahrscheinlich die Ursache.
Behandlung: Wie wird Zinkmangel ausgeglichen?
Gezielte Zink-Supplementierung
Die Wahl der Zinkverbindung entscheidet maßgeblich über die Bioverfügbarkeit:
- Anorganisches Zink (z. B. Zinkoxid, Zinksulfat) – günstig, aber schlechter aufnehmbar
- Organisches Zink (Zink-Chelat, Zink-Glycinat) – deutlich besser verwertbar, schonender für den Darm
Ein hochwertiges Zink-Ergänzungsfutter setzt auf organisches Zink oder eine Kombination aus beidem, plus weitere Spurenelemente wie Kupfer und Selen im richtigen Verhältnis.
Wikra Zink – gezielte Unterstützung bei Zinkbedarf
Unser Wikra Zink wurde speziell für Pferde mit Haut-, Fell- und Hufproblemen entwickelt – vor allem bei Sommerekzem, Mauke, schwachen Hufen und schlechter Wundheilung. Es liefert Zink in gut verfügbarer Form, kombiniert mit weiteren wichtigen Nährstoffen. Getreidefrei, melassefrei, industriezuckerfrei, mit Tierärzten und Experten entwickelt und in Deutschland produziert. Wikra Zink ersetzt keine tierärztliche Diagnose, ist aber eine bewährte fütterungsbasierte Antwort, wenn die Symptome auf einen Zinkmangel hindeuten. Weitere Mineralisierungs-Optionen findest du in unserer Collection Mineralfutter für Pferde.
Dauer der Behandlung
Zinkmangel lässt sich nicht in einer Woche beheben. Mindestens 8–12 Wochen kontinuierliche Supplementierung sind nötig, bis sich die Speicher auffüllen und sich Symptome an Haut, Fell und Hufen sichtbar bessern. Bei den Hufen sieht man Verbesserungen oft erst nach mehreren Monaten, weil das Hufhorn langsam nachwächst (ca. 8–12 mm pro Monat).
Wann gehört der Tierarzt unbedingt mit dazu?
In folgenden Situationen ist tierärztliche Abklärung nicht optional:
- Wiederkehrende oder schwere Hautprobleme, die auf eine andere Ursache hindeuten könnten (Allergie, Pilzinfektion, Bakterium)
- Anzeichen einer ernsthaften Stoffwechselerkrankung wie EMS oder Cushing
- Stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder Apathie
- Bei tragenden Stuten und Fohlen
- Wenn nach 12 Wochen Zink-Supplementierung keine Besserung eintritt – dann steckt etwas anderes dahinter
Vorbeugung: Wie du Zinkmangel langfristig vermeidest
- Hochwertiges Mineralfutter in der Tagesration verankern – kein Saisonprodukt, sondern dauerhaft
- Heu-Analyse alle 2–3 Jahre, um die tatsächliche Versorgung zu kennen
- Gezielte Ergänzung im Fellwechsel (Februar/März und September/Oktober) – auch bei sonst gesunden Pferden
- Wasseranalyse bei Brunnenwasser auf Eisengehalt
- Belastungsphasen einplanen – bei Trächtigkeit, intensivem Training, im Wachstum oder bei wiederkehrendem Sommerekzem rechtzeitig vor der Saison ergänzen
- Verhältnis im Auge behalten – Mineralfutter wählen, das auch Kupfer und Selen im richtigen Verhältnis enthält
Häufige Fragen
Wie viel Zink braucht ein Pferd pro Tag?
Ein erwachsenes Sport- oder Freizeitpferd braucht etwa 400–700 mg Zink pro Tag, je nach Gewicht und Belastung. Tragende Stuten und wachsende Jungpferde liegen im oberen Bereich.
Wie lange dauert es, bis Zink wirkt?
Sichtbare Besserung an Haut und Fell zeigt sich meist nach 6–10 Wochen, am Hufhorn deutlich später (3–6 Monate, weil Horn langsam nachwächst). Wichtig ist die kontinuierliche Gabe über mehrere Monate.
Kann ich Zink überdosieren?
Bei normalen Mengen aus Ergänzungsfutter ist eine Überdosierung praktisch ausgeschlossen. Pferde haben eine breite Toleranzgrenze. Problematisch wird es erst bei mehrfach überhöhter Dauergabe – das kann das Verhältnis zu anderen Mineralstoffen (besonders Kupfer) stören. Empfohlene Tagesmengen einhalten reicht.
Hilft Zink bei Sommerekzem?
Zinkmangel verstärkt die Anfälligkeit für Sommerekzem deutlich, weil die Hautbarriere geschwächt ist. Eine gezielte Zinkversorgung ist kein Wundermittel, aber ein wichtiger Baustein, um Ekzempferden über die Saison zu helfen. Idealerweise schon 6–8 Wochen vor Beginn der Mückenflugzeit mit der Ergänzung starten.
Reicht mein normales Mineralfutter aus?
Kommt darauf an. Viele Standard-Mineralfutter enthalten zwar Zink, aber in Mengen, die nur den Grundbedarf decken. Wenn das Pferd Symptome zeigt oder in einer Belastungsphase ist, lohnt sich ein gezieltes Zink-Ergänzungsfutter zusätzlich.
Warum hilft Zink bei Hufproblemen?
Hufhorn besteht zu großen Teilen aus Keratin, einem zinkhaltigen Eiweiß. Ohne ausreichend Zink kann der Körper kein stabiles Horn aufbauen – die Folge sind brüchige, splitternde Hufe und schlechte Hornqualität.
Fazit
Zinkmangel beim Pferd ist häufig, oft unerkannt – und ein Hauptgrund für schlechte Haut, brüchige Hufe und wiederkehrende Probleme wie Mauke oder Sommerekzem. Wer die typischen Symptome erkennt, gezielt supplementiert und auf hohe Bioverfügbarkeit achtet, kann viel erreichen. Bei klassischen Beschwerden lohnt sich der Versuch mit einem hochwertigen Zink-Ergänzungsfutter über mindestens 8–12 Wochen. Bei unklaren oder schweren Fällen gehört der Tierarzt mit ins Boot.
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